

VERZEICHNIS
1. Vorwort der Bürgermeisterin
2. Einleitung
3. Rahmenbedingungen der Klimastrategie
4. KlimaBilanz Alkoven
5. Prozessablauf der Klimastrategie
6. Maßnahmen der Klimastrategie Alkoven 2030
6.1. Überblick der Maßnahmen
6.2. Beschaffung
6.3. Lebensstil und Bewusstsein
6.4. Klimafreundliche Mobilität
6.5. Energie und Gebäude
6.6. Bodenschutz und Klimawandelanpassung
6.7. Governance
ANHANG
● Förderübersicht
● Themenspeicher für die Zukunft
Die Entwicklung der Klimastrategie wurde begleitet vom Klimabündnis OÖ, aus Mitteln des Landes OÖ gefördert und im Rahmen des Programms „Paris wir kommen“ durchgeführt.


1.VORWORT DER BÜRGERMEISTERIN
Liebe Alkovener:innen,
nach arbeitsintensiven Monaten präsentieren wir mit großer Freude die Klimastrategie „Alkoven 2030“. Sie bietet einen Kompass für unseren gemeinsamen Weg zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Zukunft für unsere Gemeinde.
Das Ziel der Klimastrategie war klar definiert: Wir streben danach, unsere kommunalen Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung bestmöglich auf die Themen Klimaschutz und Klimawandelanpassung abzustimmen. Durch einen akkordierten, nachvollziehbaren und umsetzungsorientierten Prozess wollten wir sicherstellen, dass unsere Klimastrategie nicht bloß ein theoretisches Konzept bleibt, sondern als operative Fahr- und Umsetzungspläne verstanden werden. Unser Ziel ist es, diese Pläne einem Gemeinderatsbeschluss zuzuführen und in der mittelfristigen Finanzplanung entsprechend zu berücksichtigen.
Der Fokus unserer Maßnahmen liegt dabei auf den Themen Klima- und Bodenschutz, Klimawandelanpassung, Mobilität, Beschaffung und Bewusstsein.
Wir verfolgen den Ansatz, der sowohl kurzfristig realisierbare Maßnahmen im unmittelbaren Wirkungsbereich der Gemeinden umfasst, als auch mittelfristige Planungen berücksichtigt, die von Land und Bund auf kommunaler Ebene realisiert werden können.
Die erarbeiteten Maßnahmen entstanden in intensiver und enger Zusammenarbeit mit Ausschüssen und Verwaltung der Gemeinde, sowie unter Einbeziehung engagierter Bürgerinnen:innen. Ein besonderer Dank gebührt dem Ausschuss für Nachhaltigkeit sowie allen Teilnehmer:innen, die, unterstützt von Expert:innen, an den themenspezifischen Workshops und dem Maßnahmencafé mitgewirkt haben. Durch Ihr Engagement, Ihre Ideen und Ihr Fachwissen haben Sie maßgeblich zur Identifikation notwendiger Maßnahmen beigetragen.
Die vorliegende Strategie ist das Ergebnis unserer gemeinsamen Anstrengungen. Sie bildet nicht nur die Diskussionen und Entscheidungen während der Workshops ab, sondern stellt auch die Grundlage für die weitere Umsetzung unserer Klimastrategie dar. Ich danke Ihnen allen für Ihre Mitarbeit und freue mich auf die gemeinsame Fortführung dieses wichtigen Projekts.
Mag.a Monika Weberberger-Rainer, MBA, November 2025
2.EINLEITUNG
Die Gemeinde Alkoven hat sich als eine der ersten Kommunen in Oberösterreich auf den Weg gemacht, um eine strukturierte und umsetzungsorientierte Klimastrategie „Alkoven 2030“ zu entwickeln.
Insgesamt fanden im Zeitraum von Jänner 2025 bis Juni 2025 fünf Workshops, ein Impulsvortrag mit Frau Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb sowie ein Maßnahmencafé statt. Bei diesem vom Klimabündnis Oberösterreich begleiteten Prozess wurden vier Themenfelder intensiv bearbeitet:
●Beschaffung und Bewusstsein
●Klimafreundliche Mobilität & Energie und Gebäude
●Bodenschutz und Klimawandelanpassung
●Governance
Auf Basis von identifizierten Stärken und Potenzialen in den Themenfeldern sowie unter Berücksichtigung von Vorschlägen aus der Bevölkerung (Startworkshop, Fragebogenerhebung) leiteten die Mandatar:innen und engagierte Bürger:innen geeignete Maßnahmen ab und konkretisierten diese. Der Fokus liegt auf Maßnahmen, welche sich im unmittelbaren Wirkungsbereich der Gemeinde realisieren lassen und sich positiv auf die Lebensqualität vor Ort auswirken.
Zahlen & Fakten Alkoven
Einwohner:innen 6.172 (Stand 1. Jänner 2025)
Fläche 42,57 km2
Höhe 268 m ü. A.
Bürgermeisterin Monika Weberberger-Rainer
Webseite https://www.alkoven.at
●Seit 2002 Klimabündnis Gemeinde
●Seit 2006 Gesunde Gemeinde
●Seit 2007 Teil der LEADER-Region Eferdinger Land
●Seit 2023 Bienenfreundliche Gemeinde
3.RAHMENBEDINGUNGEN DER KLIMASTRATEGIE
International – Paris & SDG
Das Pariser Klimaschutzabkommen ist ein internationales Abkommen, das 2015 in Paris von fast allen Ländern der Welt völkerrechtlich verbindlich unterzeichnet wurde. Ziel des Abkommens ist es, den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Die Länder verpflichten sich, Treibhausgasemissionen zu reduzieren, Klimawandelanpassungsmaßnahmen zu ergreifen und finanzielle Unterstützung für Entwicklungsländer bereitzustellen. Das Abkommen gilt als wichtiger Meilenstein im Kampf gegen den Klimawandel. Die Sustainable Development Goals (SDGs), auf Deutsch als "Ziele für nachhaltige Entwicklung" bekannt, sind eine Reihe von 17 globalen Zielen, die von den Vereinten Nationen und damit auch Österreich im Jahr 2015 verabschiedet wurden. Sie zielen darauf ab, bis 2030 drängende globale Herausforderungen anzugehen, darunter Armut, Hunger, Ungleichheit, Umweltzerstörung und Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung. Die SDGs sollen eine nachhaltige, gerechte und lebenswerte Zukunft für alle fördern und sind ein universeller Aufruf zur Handlung für Regierungen, Unternehmen und die Zivilgesellschaft weltweit. Insgesamt ergänzen sich das Pariser Klimaschutzabkommen und die SDGs und bilden gemeinsam einen wichtigen Rahmen für internationale Bemühungen, eine nachhaltige und klimafreundliche Zukunft zu gestalten.

Abbildung 1: SDG-Ziele
Europäische Union – EU Green Deal
Der EU Green Deal ist eine Initiative der Europäischen Union, die im Dezember 2019 von der Europäischen Kommission vorgestellt wurde. Ziel dieses ehrgeizigen Plans ist es, die EU bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent der Welt zu machen und gleichzeitig die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig zu gestalten. Der EU Green Deal schafft neue Möglichkeiten im Bereich erneuerbarer Energien, Umwelttechnologien und nachhaltiger Landwirtschaft und soll den Wohlstand in der Europäischen Union und die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden in Österreich erhöhen. Die damit verbundene Transformation der Wirtschaft und Gesellschaft stellt eine große Herausforderung mit vielfältigen Chancen dar. Über unterschiedlichste Regulatorien wird der Rahmen mit Zielpfad aber immer klarer und erhöht die Planungssicherheit. Daher ist es wichtig auch auf Gemeindeebenen diese Vorgaben mitzudenken.
Auf dem Weg zu einem klimaneutralen Europa verpflichtete sich die EU, mit dem im Juli 2021 in Kraft getretenen Europäischen Klimagesetz, zur Reduzierung der Netto-Treibhausgasemission um mindestens 55 Prozent bis 2030 gegenüber dem Stand von 1990.
Österreich & Oberösterreich – Klimaneutralität 2040
Österreich und Oberösterreich haben sich zum Ziel gesetzt, spätestens im Jahr 2040 klimaneutral zu sein. Dieses Ziel bedeutet, dass die Emissionen von Treibhausgasen (THG) und deren Abbau durch Kohlenstoffsenken gemäß nationaler THG-Inventur spätestens bis zum Jahr 2040 ausgeglichen sind. Dafür werden in jedem Sektor weitreichende Maßnahmen gesetzt, welche die THG-Emissionen auf null oder quasi null reduzieren. Bis zum Jahr 2040 nicht reduzierbare Restemissionen werden durch Speicherung von Kohlenstoff kompensiert. Da Bund, Land und Gemeinden auf die Entwicklung der Treibhausgasemissionen jeweils einen hohen Einfluss haben, kann die Zielerreichung nur durch wirksame gemeinsame Maßnahmen gelingen.
4.KLIMABILANZ ALKOVEN
Eine Klimabilanz ist eine Status-Quo-Analyse von Treibhausgasemissionen und Energiebedarf auf Gemeindeebene und liefert erste Antworten auf klima- sowie energierelevante Fragen.
Die Bilanzierung umfasst folgende Sektoren:
●Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD)
●Industrie
●Kommunale Einrichtungen
●Private Haushalte
●Verkehr
●Landwirtschaft
Die Zahlen erleichtern die Sichtbarmachung der größten Klimaschutz-Potenziale und auch die Einbindung der Bevölkerung durch erhöhte Bewusstseinsbildung. Die Ergebnisse können die Ausgangsbasis für zukünftige kommunale Klimastrategien sein und zeigen den Weg in die Energieunabhängigkeit auf.
Die Daten zu den kommunalen Einrichtungen stammen von der Gemeinde selbst. Den Sektoren GHD, Industrie, Private Haushalte und Verkehr liegen Statistik-Austria-Daten zugrunde. AMA und ÖPUL werden als Datenquellen für die Landwirtschaft herangezogen.
Die Treibhausgasemissionen werden als CO2-Äquivalente (CO2e) und die Energiewerte in Megawattstunden (MWh) dargestellt. Die verfügbaren Daten stammen aus dem Jahr 2023.
Es ist wichtig zu beachten, dass es aktuell für Klima-, CO2e - bzw. Energiebedarfs-Bilanzierungen noch keinen einheitlichen Standard gibt. Ein Vergleich mit anderen Bilanzen ist daher nur mit gleichen Berechnungsmethoden und innerhalb identer Systemgrenzen sinnvoll.
Treibhausgasemissionen nach Sektoren
Alkoven liegt im Pro-Kopf-Vergleich mit 6,65 t CO2e unter dem österreichischen Durchschnitt von 8,10 t CO2e (Quelle: Statistik Austria - Umweltgesamtrechnung 1995-2022).

Der Verkehrssektor (rot) gilt mit 15.656,91 t CO2e (38 %) als Hauptverursacher von THG-Emissionen. Davon ist der Großteil auf den PKW-Verkehr zurückzuführen (10.355,47 t CO2e).
Mit einem Anteil von 30 % hat sich auch der Sektor Private Haushalte (lila) als wesentlicher Emissionsverursacher herausgestellt. Die Industrie stellt mit einem Anteil von 18 % den drittgrößten Sektor dar. Die Wärmebereitstellung verursacht in beiden Sektoren mehr Treibhausgasausstoß als die Bereitstellung von Strom.
Auf den Landwirtschaftssektor (grün) entfallen 10 % der Gesamtemissionen. Die Viehhaltung verursacht mit 563,13 t CO2e wesentlich weniger Emissionen als der Bereich Boden (Feldbewirtschaftung) mit 3.539,72 t CO2e.
Der Sektor GHD ist mit 1.557,59 t CO2e (4 %) vergleichsweise gering. Die Kommunalen Einrichtungen (orange) haben mit 216,44 t CO2e den geringsten Emissionsanteil aller Sektoren.

Energiebedarfe nach Sektoren

Der Sektor Private Haushalte hat mit 70.427,17 MWh (45 %) den höchsten Energiebedarf. Davon entfällt mit 15.148 MWh beinahe ein Viertel auf den Energieträger Erdgas. Weitere Energieträger mit hohem Verbrauchsanteil sind Biomasse (10.544,42 MWh), Strom (10.181 MWh), Fernwärme (7.182,89 MWh) und Heizöl (6.813,39 MWh).
Mit einem Anteil von 31 % (47.992,69 MWh) hat der Verkehrssektor einen bedeutenden Energiebedarf zu verzeichnen. Diesel (33.470,67 MWh) und Benzin (11.413,34 MWh) sind hier die wesentlichen Energieträger. Diesel biogen, Biobenzin und Strom haben vergleichsweise einen geringen Anteil im Sektor Verkehr.
Den drittgrößten Energiebedarf hat der Sektor Industrie, mit einem Anteil von 16 %. Die Wärmebereitstellung benötigt mehr Energie als die Bereitstellung von Strom.
Der Sektor GHD ist mit 11.373,62 MWh (7 %) vergleichsweise gering. Die Kommunalen Einrichtungen haben mit 1.393,37 MWh den geringsten Energiebedarf aller Sektoren.
Hinweis: Aufgrund ihrer Entstehung als nicht-energetische Emissionen, bspw. durch Tierhaltung und Düngereinsatz, sind THG-Emissionen aus der Landwirtschaft nicht in der kommunalen endenergiebasierten KlimaBilanz enthalten.

5.PROZESSABLAUF DER KLIMASTRATEGIE
Die Entwicklung einer effektiven, kommunalen Klimastrategie erfordert eine umfassende und inklusive Herangehensweise. In der Erarbeitung wurde sowohl der Einbindung themen-spezifischer Gemeindeausschüsse als auch der Bürger:innenbeteiligung große Bedeutung zuerkannt.
Der Strategie-Prozess bestand aus mehreren Schritten, die sicherstellten, dass möglichst viele Interessengruppen aktiv eingebunden waren. Dieser partizipative Ansatz ermöglichte es, die unterschiedlichen Perspektiven und Fachkenntnisse der Gemeinschaft zu nutzen und sicherzustellen, dass die kommunale Klimastrategie sowohl realistisch und konkret als auch ambitioniert und nachhaltig ist.
Das Projekt begann mit der Konstituierung eines Projektteams. Das Team setzte sich aus der Bürgermeisterin, dem zuständigen Ausschussobmann, der zuständigen Sachbearbeiterin im Amt und dem Klimabündnis OÖ zusammen und war fortan für die gesamte Koordinierung des Prozesses zuständig.
Weiters wurde eine Resonanzgruppe mit verschiedenen Akteur:innen der Gemeinde gegründet. Die Gruppe war bestrebt, möglichst alle Termine wahrzunehmen, um einen fundierten Überblick für die Konkretisierung der identifizierten Maßnahmen zu gewinnen.
Vor dem Startworkshop wurden zwei wesentliche Datenerhebungen auf den Weg gebracht. Einerseits die Beschaffung gemeindespezifischer Daten zur Erstellung einer gemeinde-umfassenden Klimabilanz und andererseits ein Fragebogen, um die Klima-Ideen der Gemeindebürger:innen einzuholen. Insgesamt nutzten 24 Personen die Gelegenheit, Vorschläge für eine gelingende Klimastrategie zu formulieren. Die Antworten der Fragebögen konnten im Startworkshop bereits berücksichtigt werden. Jene 7 Personen, die in den Prozess eingebunden werden wollten, wurden geladen, sich bei den einzelnen Terminen aktiv einzubringen.
Zum Startworkshop am 30. Jänner 2025 wurden Vertreter:innen und Mitarbeiter:innen der Gemeinde, die LEADER-Managerin und interessierte Bürger:innen eingeladen. Bei dieser Auftaktveranstaltung, bei der aktuelle Projekte erhoben sowie Stärken und Potentiale diskutiert wurden, konnten die Ziele und Erwartungen der Teilnehmenden gesammelt werden. Dieser erste Workshop diente als Ausgangspunkt für die Erarbeitung einer umfassenden kommunalen Klimastrategie.
Von Februar bis April 2025 wurden drei Umsetzungsworkshops (UWS) in den Themenbereichen „Beschaffung, Lebensstil und Bewusstsein“, „Klimafreundliche Mobilität & Energie und Gebäude“ sowie „Bodenschutz und Klimawandelanpassung“ durchgeführt.
Zu den Terminen waren neben den thematisch zuständigen Ausschuss-Mitgliedern und Sachbearbeiter:innen der Gemeinde auch Regionalmanager:innen und Interessierte aus der Bevölkerung eingeladen. Pro Workshop konnten zwischen 16 und 19 Personen begrüßt werden.
Die Umsetzungsworkshops selbst folgten einem erprobten Ablauf: Nach einem kompakten fachlichen Input durch das Klimabündnis OÖ, um alle Anwesenden auf den gleichen Stand der Wissenschaft zu bringen, wandten sich die anwesenden Personen in Kleingruppen der Identifikation neuer Maßnahmen zu. Auf Basis der bisherigen Sammlungen aus dem Startworkshop wurden mögliche Maßnahmen ergänzt und anschließend nach „kommunaler Machbarkeit“ und „Wirkung auf Klima und Lebensqualität“ priorisiert.
Nach den Umsetzungsworkshops folgte im Mai 2025 ein Verwaltungsworkshop mit Fokus auf „Governance“ für Bedienstete der Gemeinde. Dabei wurden Chancen und Hindernisse hinsichtlich Umsetzung der priorisierten Maßnahmen aus Sicht der Verwaltung sowie Stärken und Potenziale der derzeitigen Verwaltungsstruktur diskutiert. Aus den Ergebnissen konnten 2 Leitmaßnahmen abgeleitet werden.
Im Anschluss daran wurden die priorisierten Maßnahmen-Ideen aus den Umsetzungs-workshops diskutiert und 13 Leitmaßnahmen definiert.
Ende Juni 2025 fand schließlich das sogenannte Maßnahmencafé mit 21 Teilnehmenden statt, wo auf vier Thementischen in 3 Runden á 30 min an der Konkretisierung der vereinbarten 13 Leitmaßnahmen gearbeitet wurde.
Von Juli bis November 2025 wurde das Strategiedokument ausgearbeitet und begutachtet, sodass es dem Gemeinderat am 25. März 2026 zur Beschlussfassung vorgelegt werden konnte.

6.MASSNAHMEN DER KLIMASTRATEGIE „ALKOVEN 2030“
Der folgende Abschnitt bildet das Kernstück der Klimastrategie Alkoven 2030.
In sechs Themenbereichen werden zunächst 15 Leitmaßnahmen angeführt. Dies sind jene Maßnahmen, die bei den Workshops prioritär nach „kommunaler Machbarkeit“ und „Wirkung auf Klima und Lebensqualität“ eingestuft wurden. Die Leitmaßnahmen zeigen konkrete erste Schritte zur Maßnahmenrealisierung auf. In den nächsten Jahren sollen nach Maßgabe des jährlichen Gemeindebudgets ausreichend Mittel aufgestellt und in der mittelfristigen Finanzplanung abgebildet werden.
Daran anknüpfend finden sich weitere priorisierte Maßnahmen in den Themenbereichen. Die Maßnahmenpakete leisten einen Beitrag zu den globalen Entwicklungszielen, welche jeweils angeführt sind.
Die Bereitstellung der erforderlichen Ressourcen – sowohl in finanzieller als auch in personeller Hinsicht – stellen sich besonders herausfordernd dar. Unterstützt von der Gemeindeverwaltung werden daher insbesondere die gewählten Organe der einzelnen Ausschüsse die Umsetzung der Leitmaßnahmen vorantreiben. Diese Herangehensweise setzt den bereits eingeschlagenen Weg aus dem Strategieprozess fort und adressiert Klimaschutz und Klimawandelanpassung als umfassende Querschnittsmaterie. Zumindest einmal jährlich wird von den verantwortlichen Ausschussobleuten an den Gemeinderat berichtet.
Die Gemeinde Alkoven bekennt sich ausdrücklich dazu, die erarbeiteten Maßnahmen bis 2030, über die kommende Wahlperiode hinaus, umzusetzen. Der Zeitplan, wann welche Maßnahme umgesetzt wird, richtet sich nach finanziellen und personellen Ressourcen. Dazu wurde ein Umsetzungsplan mit Zeitrahmen und den notwendigen finanziellen Mitteln für alle angeführten Maßnahmen der Klimastrategie erstellt.
Hinweis: Alle weiteren Vorschläge und Ideen werden als Potenziale für Alkovens Zukunft im Anhang gelistet. Außerdem liegt es in der Natur der Sache, dass der Detaillierungsgrad der ausgearbeiteten Vorschläge variiert.
Als dynamisches Dokument soll die Strategie regelmäßig überprüft, an veränderte Rahmenbedingungen und die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst, sowie mit vorbildhaften, für Alkoven passenden Maßnahmen aus anderen Gemeinden ergänzt werden.
6.1.ÜBERBLICK DER MASSNAHMEN


6.2.BESCHAFFUNG
Die öffentliche Hand hat durch ihre Beschaffungs- und Einkaufsentscheidungen eine starke Lenkungswirkung – auch auf regionale Märkte. Eine klimafreundliche und sozial faire Beschaffung (z. B. von Büroartikeln, Lebensmitteln, Baustoffen oder Dienstleistungen) fördert nachhaltige Produktionsweisen und reduziert indirekte Emissionen. Gemeinden setzen damit ein sichtbares Zeichen für Verantwortung und Nachhaltigkeit.


6.3.LEBENSSTIL UND BEWUSSTSEIN
Klimaschutz gelingt nur mit den Menschen vor Ort. Gemeinden spielen eine zentrale Rolle, um Wissen, Motivation und Beteiligung in der Bevölkerung zu stärken – etwa durch Bildungs-angebote, Kampagnen oder partizipative Projekte. Eine informierte und engagierte Bevölkerung ist die Grundlage für nachhaltige Veränderung und gesellschaftliche Resilienz. So wird Klimaschutz zur Gemeinschaftsaufgabe und zur Chance für ein lebendiges Miteinander.




6.4.KLIMAFREUNDLICHE MOBILITÄT
Gemeinden haben großen Einfluss darauf, wie klimafreundliche Mobilität vor Ort gestaltet wird – durch den Ausbau von Rad- und Fußwegen, den öffentlichen Verkehr oder Sharing-Angebote. Eine umweltschonende Mobilität verbessert die Lebensqualität, senkt die Lärm- und Luftbelastung und unterstützt die Erreichung der Klimaziele auf lokaler und europäischer Ebene.




6.5.ENERGIE UND GEBÄUDE
Gebäude beinhalten großes Optimierungspotenzial – insbesondere durch Verbesserungen bei Heizung, Kühlung und Stromverbrauch. Gemeinden können durch Sanierungen, den Einsatz erneuerbarer Energien und Energieeffizienzmaßnahmen eine Vorreiterrolle einnehmen. Dies senkt langfristig Kosten, schafft regionale Wertschöpfung und unterstützt die Ziele der EED III Richtlinie. Gleichzeitig stärken Maßnahmen die Versorgungssicherheit und machen Gemeinden krisenfester.



6.6.BODENSCHUTZ UND KLIMAWANDELANPASSUNG
Boden ist eine begrenzte und lebenswichtige Ressource – für Ernährung, Klimaschutz und Biodiversität. Gemeinden können durch vorausschauende Raumplanung, Begrenzung der Versiegelung und Renaturierung aktiv zum Schutz beitragen. Bodenschutz unterstützt Klimaziele, verbessert den Wasserhaushalt und wirkt sich positiv auf das Mikroklima aus.
Die Folgen des Klimawandels – wie Hitzewellen, Starkregen oder Trockenperioden – sind bereits heute spürbar und treffen viele Gemeinden direkt. Durch gezielte Anpassungsmaßnahmen, etwa bei der Grünraumgestaltung, Wasserversorgung oder Infrastruktur, können Risiken verringert und die Lebensqualität gesichert werden.





6.7.GOVERNANCE
Eine wirksame Klimastrategie braucht klare Zuständigkeiten, Beteiligung und kontinuierliches Monitoring. Gemeinden, die Klimapolitik in ihre Strukturen und Entscheidungsprozesse integrieren, schaffen Transparenz und Wirkung. Gute Governance fördert Zusammenarbeit, ermöglicht Förderzugang und ist Voraussetzung für langfristigen Erfolg.


ANHANG
FÖRDERÜBERSICHT (STAND NOVEMBER 2025)
•Alle Förderungen aus der Ö. Umweltförderung für Gemeinden: https://www.umweltfoerderung.at/gemeinden.html
•Fördermap des Landes OÖ: https://www.land-oberoesterreich.gv.at/foerderungen.htm
Beschaffung, Lebensstil und Bewusstsein
•Land OÖ Förderung „Bewusstseinsbildende klimarelevante Maßnahmen und Aktionen“ unterstützt oö. Klimabündnisgemeinden beim Umsetzen von Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit:
•https://www.land-oberoesterreich.gv.at/109139.htm
•Für Green Events gibt es ein kostenloses Beratungsangebot seitens Klimabündnis OÖ und eine Umsetzungsförderung für Vereine und Initiativen: https://www.klimabuendnis.at/oberoesterreich/weitere-bereiche/lebensstil/greenevents-ooe/
•Land OÖ Förderung für Reparatur-, Recycling- und Wiederverwendungsinitiativen: https://www.land-oberoesterreich.gv.at/172779.htm
Klimafreundliche Mobilität
•Förderungen zu aktiver Mobilität und Radfahren: https://www.fahrradberatung.at/infothek/foerderungen/
•Land OÖ „Förderung für Bedarfsorientierte Verkehre (Mikro-ÖV)“ unterstützt bedarfsorientiere Verkehre (letzte Meile):
https://www.land-oberoesterreich.gv.at/233343.htm
•Klimaaktiv mobil listet Möglichkeiten der Mobilitätswende für Kommunen auf: https://www.klimaaktiv.at/mobilitaet/mobilitaetsmanagem/kommunalregional/angebote-beratung.html
•Klimaaktiv mobil bietet den „Mobicheck“ zur Analyse der Wege zu Bildungseinrichtungen an: https://www.klimabuendnis.at/angebote/mobicheck/
•Förderung EBIN – Emissionsfreie Busse und Infrastruktur (für Unternehmen): https://www.ffg.at/EBIN
Energie und Gebäude
•Infoplattform zu Förderungen für PV-Ausbau: https://pvaustria.at/foerderungen/
•ÖMAG-Förderung für PV-Anlagen: https://www.oem-ag.at/de/foerderung/photovoltaik
•Leitfaden des Landes OÖ für die Förderung von PV-Anlagen (inkl. Infos über rechtliche Rahmenbedingungen wie Raumordnung, Baurecht, Naturschutz, etc.) https://www.land-oberoesterreich.gv.at/Mediendateien/Formulare/Dokumente%20UWD%20Abt_US/Photovoltaik_Leitfaden.pdf
•Land OÖ Förderung für die Erhöhung der Tragfähigkeit von bestehenden Dächern für die Installation von netzgeführten Photovoltaikanlagen: https://www.land-oberoesterreich.gv.at/258503.htm
•Bundesförderung “Thermische Gebäudesanierung - Einzelmaßnahmen”: https://www.umweltfoerderung.at/gemeinden/thermische-gebaeudesanierung-einzelmassnahmen/unterkategorie-thermische-gebaeudesanierung
•Bundesförderung “Thermische Gebäudesanierung - Umfassende Sanierung”: https://www.umweltfoerderung.at/gemeinden/thermische-gebaeudesanierung-umfassende-sanierung/unterkategorie-thermische-gebaeudesanierung
Bodenschutz und Klimawandelanpassung
•Förderkataster Klimawandelanpassung des Umweltbundesamtes: https://www.klimawandelanpassung.at/praxis/foerderkataster-klimawandelanpassung
•Land OÖ Förderung „Naturaktives OÖ“ zielt darauf ab, neue Lebensräume für bedrohte Pflanzen- und Tierarten zu schaffen: https://www.land-oberoesterreich.gv.at/35965.htm
•Land OÖ Förderung „Gemeinde Klimawandel-Anpassungsprogramm (GeKAP)“ fördert investive Anpassungsmaßnahmen zur Verminderung thermischer Belastungen:
Land Oberösterreich - Gemeinde-Klimawandelanpassungs-Programm (GeKAP) (land-oberoesterreich.gv.at
•Land OÖ Förderung “Entsiegelung von Flächen in OÖ" fördert die Entsiegelung wasserundurchlässiger Bodenbeläge und die Schaffung naturnaher Flächen: https://www.land-oberoesterreich.gv.at/286163.htm
•Land OÖ Förderung „Aktionsprogramm Leerstands- und Brachflächenrevitalisierung, Orts- und Stadtkernbelebung“ fördert die Orts- und Stadtkernbelebung sowie die Siedlungsentwicklung nach innen: https://www.land-oberoesterreich.gv.at/285145.htm
•Bundesförderung “Flächenrecycling” fördert Projekte zur Entwicklung und Nutzung von derzeit nicht mehr oder nicht entsprechend dem Standortpotenzial genutzten Flächen und Objekten im Ortsgebiet: https://www.umweltfoerderung.at/gemeinden/flaechenrecycling/flaechenrecycling
LEADER Eferdinger Land
•Für Ideen und Projekte zur Entwicklung der Region bietet sich eine LEADER Förderung an: https://www.eferdingerland.at/
THEMENSPEICHER FÜR DIE ZUKUNFT
Beschaffung, Lebensstil und Bewusstsein
•Bildungseinrichtungen: Umweltthemen, Klimaziele und klimafreundliche Mobilität vermitteln
•Niederschwellige Informations-Offensive: klimafreundliche Mobilität, Lebensmittelrettung, Auswirkungen von unnötigem Konsum und kurzlebigen Produkten, etc.
•Klima-Eck in der öffentlichen Bücherei der Pfarre einführen
•2-3 Postpartnerstationen bzw. Post-Aufgabestationen
•Zentrumsnahe Nahversorger, Post und Drogerie (zu Fuß, mit Rad)
•Forcierung Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden und/oder regionalen Netzwerken
•Monatlicher Umweltstammtisch mit Referent:innen
•Umweltbewusstes Handeln der Bürger:innen belohnen
•Förderung Bio-Bauern
•Förderung Nachhaltige Gastronomie
•Gemeindeverwaltung: Ecosia als Suchmaschine verwenden
Klimafreundliche Mobilität
•Öffi-Verbindung Richtung Wels verbessern
•Kostenloses LILO-Fahren für Alkovner:innen zwischen allen Haltestellen im Gemeindegebiet
•Radservice: Zuschüsse zur Reparatur/Instandhaltung nachhaltiger Transportmittel (z.B. Hartheim Fahrrad Services)
•Förderungen für Lastenräder und Anhänger für Fahrräder
•Kooperationen mit der Firma NEUBIKE prüfen
•Herabsetzung der Geschwindigkeit (50km/h) auf B_129 durch das Land OÖ (dranbleiben)
•Zubringer AST zu LILO-Haltestellen
Energie und Gebäude
•Energieeinsparungen bei privaten und gewerblichen Objekten forcieren
•Kommunale Gebäude: Heizungstausch und Installation von PV-Anlagen vorantreiben
•PV-Anlagen auf Hallendächern und auf Carports bei Parkplätzen
•Abbau unnötiger Straßenbeleuchtung und Umstellung vorhandener Lichtpunkte auf LED
•Potentialanalyse Floating PV Anlagen (wie in Grafenwörth)
•Neue Kraftwerksformen regelmäßig thematisieren (bspw. vertikale Windturbinen)
Bodenschutz und Klimawandelanpassung
•Vermeidung Bodenversiegelung: Forcierung von Mehrparteienhäusern (mehrere Stockwerke und Tiefgaragen)
•Forcierung Bio-Landwirtschaft (Verringerung Düngemittel und Pestizideinsatz)
•Kostenlose Bereitstellung von Blumenwiesen-Samen oder anderen Pflanzen mit positiver Umweltwirkung
TOP_14_Klimastrategie_Alkoven.pdf herunterladen (1.23 MB)